Sonntag, 30. März 2008

Kritik über "Im Tal von Elah"




Im Tal von Elah (gesehen im März 2008) - Paul Haggis
Meine Meinung: "1 = Ein muss"

Au backe, was für ein wunderbarer Film. Keine Äkschen, beeindruckende Schauspieler bis in die unauffälligsten Rollen hinein und eine Geschichte die privat und trivial erscheint und mit jeder Wendung spannender, mysteriöser und gesellschaftlich verstörender wird. All das eingebettet in die Schicksale die der aktuelle Irakkrieg zu tausenden produziert und einer gleichzeitigen Beschreibung des heutigen Amerika weit weg von New York, Chicago oder San Francisco. Also wenn das der momentane Rest des "American Dreams" ist, dann muss ganz schnell was passieren. Das Land steht im figurativem Sinne Kopf und hilflos einer Soldateska gegenüber, die für die von Ihren Führern ausgehöhlten Ideale Ihrer eigenen Seele beraubt, wild um sich schlagend alles mit in den Tod reisst was uns eigentlich lieb und teuer ist.
Als ich noch nicht zwanzig, vor einem Ausschuss mein bisschen mannsgewordenes ich vor der Bundeswehr zu bewahren versuchte, zitierte ich damals Filme die für mich das Dilemma des Soldatseins verdeutlichten, allen voran "The Hill" (Sidney Lumet) bzw. "Deer Hunter" (Michael Cimino)! Heute würde ich im gleichen Atemzug "Im Tal von Elah" mit benennen, gerade weil dieser Film es fertig bringt die Greul in so leisen und unprätentiösen Bildern spürbar werden zu lassen. Bravo.

Jochens Websit/d/e

Donnerstag, 21. Februar 2008

Kritik über "The Other Boleyn Girl"




The Other Boleyn Girl (gesehen im Februar 2008) - Justin Chadwick
Meine Meinung: "5 = Nö"

Opulente Kostüme, neuenglische Settings, und Hauptdarstellerinnen (Scarlett Johansson und Natalie Portman die für sich schon einen eigenen Film tragen könnten) aber leider ein Film in dem ab dem zweiten Drittel, der Dialog sich benimmt wie in einem deutschen Autorenfilm, als das derselbe in Worten beschreibt, was gleich oder später in Bildern zu sehen sein wird. Au backe.

Jochens Websit/d/e

Kritik über "There will be blood"


There will be blood (gesehen im Februar 2008) - Paul Thomas Anderson
Meine Meinung: "1 = Ein Muss"

Wann und warum gehen wir ins Kino? Manchmal in Situationen in denen, wir uns von der uns umgebenden und beinflussenden Konstellation abkapseln wollen und für eine limitierte Zeitspanne in einer anderen Realität versinken möchten. Kino ist deshalb so erfolgreich, oder Kinobilder transportierende Medien, weil dies manchmal fast perfekt gelingt.
"There will be blood", ist so eine seltene Chance sich von der normalen Welt zu lösen und im Kaleidoskop eines anderen Raumes aufzugehen. Gefangen werden wir von Bildern, Geräuschen, Manieriertheiten und einer Person, die ganz allein im nirgendwo, in einer anderen Zeit sich in die Erde gräbt und nach etwas sucht. Was genau ist nur zu vermuten, das warum steht ausser Frage, denn diese Suche sprich dieser Kampf wird markerschütternd geführt werden, ohne Rücksicht auf Verluste oder die eigene Seele.

Jochens Websit/d/e

Sonntag, 13. Januar 2008

Kritik über "American Gangster"


American Gangster (gesehen im Januar 2008) - Ridley Scott
Meine Meinung: "2 = Cool"

Warum macht Ridley Scott so einen Film? Eigentlich eine kleine lineare Geschichte, keine besondere Action, keine CGI Effekte, einfach nur eine normale Gangster Geschichte. Eben der Aspekt nur eine Geschichte zu erzählen, die für sich genommen schon ein ziemlicher Knaller ist, macht den Charme dieses Films aus. Da werden Protagonisten aufgebaut mit all ihrer Vielschichtig- und Widersprüchlichkeiten, da wird Suspense bzw. Spannung erzeugt nicht ihrer selbst willen sondern um die Geschichte und ihre Personen einen Schritt weiter zu bringen. Wenn die Bösen so cool und erfolgreich sind, was bleibt da noch für die Seite der Guten? Wenn bei allem ein Geschmack von Ambivalenz zurück bleibt, weil die Bewunderung für einen smarten Umgang mit dem eigenen Schicksal weit mehr Symphatie erzeugt als die Befolgung der von der Gesellschaft auferlegten Regeln und wenn dabei auch noch die Guten als die eigentlich wirklich Bösen rüberkommen, weil sie nicht die Chuzpe haben, offen und ehrlich zu Ihrer Unehrlichkeit zu stehen, dann verfliegen 2 Stunden wie im Nu und das Wissen zumindest mal wieder einen "Guten Film" gesehen zu haben, macht den Kinogänger froh.

Jochens Websit/d/e

Dienstag, 1. Januar 2008

Kritik über "Ratatouille"


Ratatouille (gesehen im Oktober 2007) - Brad Bird - Jan Pinkava
Meine Meinung: "2 = Cool"

Wenn Ratten kochen, bleibt es nicht bei einfachen Gerichten. Träume verwirklichen auch wenn sie total absurd sind; sich von der Familie lösen; kochen als Transzendenz; das Gericht als der absolute emotionale Kick und das alles in einem Zeichentrickfilm. Hut ab. Beim Vorfilm habe ich mich schier weggelacht, aber das will nichts heissen, meine Frau sass nur Kopfschüttelnd neben mir.

Jochens Websit/d/e

Kritik über "Persepolis"


Persepolis (gesehen im Dezember 2007) - Vincent Paronnaud Marjane Satrapi
Meine Meinung: "2 = Cool"

Wie war das damals nachdem der Schah in Persien abgedankt hatte; sich krebskrank in den USA in den Tod operieren liess und die Mullahs das Land in den nächsten aber diesmal religiösen Wahn trieben? Aus der Sicht von Marjane als kleinem Mädchen bis hin zur reifen Frau, reiht sich ein Irrsinn an den Nächsten der eigentlich nur in dieser comichaften Erzählweise zu verdauen ist. Nie war Geschichtsunterricht und das "coming of age" unterhaltsamer.

Jochens Websit/d/e

Kritik über "Eastern Promises"


Eastern Promises (gesehen im Dezember 2007) - David Cronenberg
Meine Meinung: "2 = Cool"

Eine Dokustudie über eine Ethnie in England, so würde der Film als Doktorarbeit lauten. Viel anderes wird nicht gezeigt; das Leben mit all seinen auf und ab's in Londons "Little Russia" wobei allerdings das Darstellerquartett (Viggo Mortensen, Vincent Cassel, Armin Mueller-Stahl und Naomi Watts) dafür sorgt, das einem diese alltäglichen Banalitäten (Freundschaft, Zuneigung, Macht, Vatersein, Liebe, Hass, Verrat, Familiensinn usw.) unter die Haut gehen. Alleine der Umgang mit der in diesem Milieu so normalen Gewalt, was in einer Szene als "die Welt der bösen Menschen" beschrieben wird, nimmt einem schlicht den Atem. Dazwischen reiht sich eine gleichnisshafte Szene an die nächste und die dabei entstehende sublime Spannung ist schwer wieder los zu werden nach dem der Film aus ist.

Jochens Websit/d/e