Sonntag, 6. Juli 2014

Tour du Faso

Tour du Faso (gesehen Juni 2014 - Filmpalette - Omu) - Regie:
Meine Meinung: "2 = Cool"

Seit 1987 wird die "Tour du Faso" über eine Strecke von  811 Meilen (1306 km) in 10 Tagen quer durch Burkina Faso im quasi Amateur-Modus ausgetragen (siehe Wikipedia). Es ist also ein Fahrradrennen in der Sahelzone mit bis zu 47 Grad Celsius im Schatten.
Tja; und was so passieren kann; wer da so alles mit fährt und wie und wo gefahren wird bei dieser afrikanischen Variante der Tour de France, das wird ganz unprätentiös und mit sehr viel Charme erzählt.
Wem es bis dato schwergefallen ist, sich Afrika mit all seinen Andersartigkeiten vorzustellen, der bekommt einen Crashkurs in Ökonomie, Sport und Landsleutenkunde.
Das kommt alles so unaufgeregt, entspannt und gleichzeitig engagiert rüber, das die 90 Minuten wie im Fluge vergehen. Gekämpft wird um die Plätze. Europa gegen Afrika. Technik und Erfahrung gegen Wille, Nationalismus und Understatement. Aufreger gibst insbesondere durch die Regelignoranz der Afrikaner, aber schliesslich und endlich ist es für alle ein großes Abenteuer.


Ein Blick auf Jochens Websi(t/d)e, oder eine Mail an
Jochen F. Schude

Dienstag, 3. Juni 2014

X-Men: Days of Future Past

X-Men: Days of Future Past (gesehen Mai 2014 im Cinedom) - Regie: Brian Singer
Meine Meinung: "2 = Cool"

Alle bis dato erschienenen X-(Wo)men Filme waren Variationen schon publizierter Comic Bücher. Dieser aber ist ein eigenständiges Abenteuer, welches natürlich alle möglichen Anschlussstücke in den existierenden Comics nutzt, sich als Film aber vollkommen von eben jenen emanzipiert und so eine ganz eigene sehr unterhaltsame, schwer vorhersehbare Dynamik entwickelt.
Wolferine ist halt Wolferine; ihn aber mal eben durch die Zeit purzeln zu lassen macht aus ihm mehr als nur einen fast unzerstörbaren Mutanten. Alle bis dato etablierten Beziehungen bekommen so einen größeren Interpretationsspielraum der dann auch den Film in Bereiche hebt, die GsD weit über dem üblichen eindimensionalen (wer ist der Bösewicht, wie kriegen wir ihn und retten so die Welt) hinauszugehen versteht.
Das dann schliesslich eine Frau zum Dreh und Angelpunkt in diesem doch normalerweise recht Testosteron getränktem Ambiente avanciert, macht den Film für die Nerd-Begleiterinnen zu einem wirklich abendfüllenden Erlebnis.
Jeder erinnert sich an die damals in Matrix zum ersten mal gezeigte 360 Szene, in der Carrie-Anne Moss als Trinity den auf sie einstürmenden Polizisten Saures gibt.
War die Szene der Hammer? Yep; war sie. Ist so was zu toppen? Hmmm, die letzten 15 Jahre haben uns meist einen 1zu1 Abklatsch oder müde Interpretationen geliefert.
Well, Singers Team hat's geschafft. Mit einer wahnsinns Dynamik, wunderbar anzuschauen und zum wegwerfen komisch, ist es eben keine blosse Zitiererei sondern eine den Film wunderbar fokussierende Bilderflut. Bravo!


Ein Blick auf Jochens Websi(t/d)e, oder eine Mail an
Jochen F. Schude

Sonntag, 13. April 2014

Out of the furnace

Out of the furnace (gesehen April 2014 - Off-Broadway - Omu - Regie:
Meine Meinung: "2 = Cool"

"A man gotta do, what a man gotta do".
Selbst der edelste Charakter (Christian Bale ringt mit Woody Harrelson um die von Willem Dafoe verkaufte Seele seines Bruders Casey Affleck) bricht, solange genug Schmerz über ihm ausgekippt wird.
Wenn dann alles verloren ist, bleiben nur noch atavistische Reflexe von denen die Rache oder die Vergeltung (Matthew 13:42) wohl der stärkste ist.
2 Stunden lang wird dieser Strudel immer intensiver. Es gibt kein Halten auch wenn diese Höllenfahrt im tagtägliche Leben keine großen Wellen wirft. Schliesslich können auch die lebensbejahend zwitschernden Vögel nichts mehr ändern.


Ein Blick auf Jochens Websi(t/d)e, oder eine Mail an
Jochen F. Schude

Mittwoch, 5. Februar 2014

Dallas Buyers Club

 
Dallas Buyers Club (gesehen Februar 2014 - Off-Broadway - Omu - Regie:
Meine Meinung: "1 = Ein muss"

Die Achziger. Um genauer zu sein das Jahr 1985. Plötzlich wird jeder hartnäckige Husten, jede länger dauernde Erkältung zu einem möglichen Fanal. Es könnte AIDS sein. Aber nein als Hete bekommt man so was nicht, das kriegen nur Schwule und Drogenabhängige.
Weit gefehlt Herrschaften; wer mit infiziertem Blut in Berührung (da gibst viele viele Möglichkeiten) kommt, hat sich angesteckt, genauso wie unser Protagonist, auch wenn er nicht weiss wo.
Ein Leuchtturm an Männlichkeit, schon in der ersten Szene vögelt er Whiskey trinkend und Kokain schnupfend 2 Frauen in Vorbereitung auf seinen nächsten Bullenritt als Cowboy.
"What a man!"
Und plötzlich heisst die Diagnose HIV postiv und es bleiben 30 Tage. Wie er diese 30 Tage angeht um dem Tod ein Schnippchen zu schlagen, wie er dabei seine Weltanschauung auf den Kopf stellt, wie er mitansehen muss, wie aus seinen sogn. Freunden Angsthasen und Arschlöcher werden und die einzige Hand die sich ihm zur Hilfe reicht, das Gesicht seiner größtmöglichen Phobie trägt, dass ist eine Tour parforce, die ohne Fingerzeigen, ohne Schulmeisterliche Anwandlungen, teilweise komisch und gleichzeitig todtraurig daher kommt, dass es einem fast die Sprache verschlägt.
, hat sich mit dieser Rolle definitiv aus dem Teenyschwarm Segment herausgespielt, auch wenn das spätestens seit "The Lincoln Lawyer ", "The Paperboy ", "Mud" oder "Magic Mike " schon klar wurde. Gleiches gilt für der sich wie McConaughy zu einem Gerippe gehungert hat, um der Rolle vom Äusserlichen gerecht zu werden.
Das aber eigentlich Entscheidende ist das Spiel der beiden bzw. aller die hier vorkommen. Lange gab es nicht mehr so normal daher kommende Charaktere und Gesichter wie hier. 
"A man got to do, what a man got to do."
Also gründet er den Dallas Buyers Club (eine wahre Geschichte) in dem alle Mitglieder die für sie lebenswichtigen und von der FDA aber verbotenen oder nicht zugelassenen Substanzen bekommen, ohne sie kaufen zu müssen und sich strafbar zu machen. Alleine dieser Aspekt mit seinem menschenverachtenden Moralcodex (es sterben ja nur Menschen die nicht zu uns gehören, was soll's) ist den Film wert. Wie spielerisch dann aber so Themen wie gute bzw. nachhaltige Ernährung (hast du das Virus musst du dein Immunsysten stärken, sonst bist du hin) umgegangen wird, das ist nicht nur gute Unterhaltung sondern zeigt die Meisterschaft der Drehbuchschreiber bzw. des Regisseurs.

Wow & Bravo


Ein Blick auf Jochens Websi(t/d)e, oder eine Mail an
Jochen F. Schude

Only Lovers Left Alive

 
Only Lovers Left Alive (gesehen Januar 2014 - Off-Broadway - OV - Regie:
Meine Meinung: "1 = Ein muss"

Wie ist das, wenn das eigene Leben schon so um die 2-300 Jahre lang währt? Was für Karriereschritte sind verpasst worden oder haben sich als Sackgasse erwiesen. Was passiert mit einer Liebe über eine so lange Zeit. Fragen über Fragen, die uns nur noch Vampire beantworten können!

Eine diese Fragen wird mit der Erkenntnis beantwortet, als das andere sich des eigenen Werkes bemächtigen und dann damit berühmt werden, egal ob als Literat wie Shakespeare oder als Musiker wie Robert Schumann.

Aber als Vampir hat man gelernt gönnen zu können und sich im Stillen am Selbst und den eigenen Fähigkeiten (Tesla lässt grüssen) zu erfreuen. Also wäre das Leben eigentlich ganz einfach, wenn da nicht HIV, Hepatitis und andere Misslichkeiten, welche die Frischblutversorgung gefährden und so das Leben doch recht komplex werden lassen.

In diesem Szenario erzeugen Tilda Swinton (por eh, watt für ne Frau), Tom Hiddleston, John Hurt und Mia Wasikowska eine wunderbare Melange aus day-2-day Nichtigkeiten, grammatikalischen Geschliffenheiten, musikalischer Erregung und szenischem Dada.

Was für ein wunderbarer Rausreisser, der dem Leben vor der Kinotür ein vollkommen eigenes Tempo und wunderbare Intimität entgegen setzt. 2 Stunden währt dieser Traum; 120 wunderbar andersartige Minuten, wenn denn der Mut da ist sich drauf einzulassen.

Bravo


Ein Blick auf Jochens Websi(t/d)e, oder eine Mail an
Jochen F. Schude

Montag, 19. August 2013

La Grande Bellezza

 
La Grande Bellezza (gesehen August 2013 - Weisshaus- Regie:
Meine Meinung: "1 = Ein muss"

Das Leben des Jep ist jetzt 65 Jahre alt; vor 40 Jahren hat er seinen ersten und letzten Roman geschrieben und genießt heute das Leben zur Gänze ohne wirklich etwas zu vermissen.
Das ist schon die ganze Geschichte dieses Films, so kurz - so pre/ägnant.
Die Bilder aber welche dieser kurzen Geschichte innewohnen sind so phantasievoll, glorious und so eigen, dass es eine Freude ist, zuzuschauen wie großes Kino entsteht, welches nie langweilt oder Überdruss produziert.

Einmal geht es um 4 Worte, die ich selber derweil auch wieder vergessen habe, weil sie nur in diesem Augenblick eine Rolle spielten und dann auch schon wieder weggespült werden von neuen Metaphern. An Worte muss sich in diesem Film niemand erinnern. Allein der Bilderstrom ist entscheidend. Da hat jemand das Konzept Kino sehr, sehr gut verstanden.

Im Kino werden Emotionen transportiert und Worte dienen nur als Krücken, es sei denn es wird wirklich faktisch, z.B. wenn Jep  seine Freundin wegen ihres Butlers, der Köchin und den 3 Kindermädchen runterputzt.


Ein Blick auf Jochens Websi(t/d)e, oder eine Mail an
Jochen F. Schude

Dienstag, 21. Mai 2013

The great Gatsby (gesehen Mai 2013 - OV - Metropolis - Regie: Baz Luhrmann
Meine Meinung: "3 = Hat was"

Oh dieser Erzähler, aus dem Off oder noch schlimmer der Erzähler als integraler Teil des ganzen Films. Oh my!
F. Scott Fitzgerald Geschichte ist im Original so angelegt, aber für mich hat das gar nicht funktioniert.
Einerseits eine atemberaubende Opulenz an Farben, Orten und Personen und anderseits ein Englisch mit so affigen Phrasen wie "Old Sport" und einer Lovestory, die zu mindestens in meinen Augen nie die Grösse erlangt, die die sie begleitenden Bilder suggerieren wollen.
Aber zurück zum Erzähler; Tobey Maguire schafft es nicht. Mal erzählt er Sachen, die die Bilder schon transportiert haben, mal ergeht er sich in Allgemeinplätzen oder als nicht gleichstarker Sparringpartner Gatsbys um dann wieder als Teil der Handlung dieselbe fortzuschreiben. Das alles erscheint ziemlich aufgesetzt und macht die verworrene Lovestory nicht interessanter.
In dieser zerissenen Lage kommen dann die Showeinlagen wie Hammerschläge daher, die keinen Nagel treffen und sich im Laufe der 2,5 Stunden als immer leerer kaprizieren. Warum müssen alle in der Bedrücktheit von sommerlicher Hitze, die kühlenden Gestande Long Islands verlassen und sich in einem stickigen Hotelzimmer des NY Plazas mit zertrümmerten Eis abkühlen und gleichzeitig theatralisch aufregen. Klar, dramaturgisch wird die Hin- und Rückfahrt gebraucht, aber das wars auch schon.
Anyway, ich schau mir jetzt mal die 1974ziger Version auf Blue-ray an, mal sehen wie die Geschichte, sich dann ohne 3D und aktuelle Superstars geriert.


Ein Blick auf Jochens Websi(t/d)e, oder eine Mail an
Jochen F. Schude